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SoftPOS- und Payment-Glossar

28 Begriffe, die Sie in Verträgen und Preislisten von Zahlungsanbietern finden — in verständlichem Deutsch erklärt.

Redaktion: SoftPOS24 Payment-ResearchStand: 15.08.2026Datenbasis: 121 Anbieter, 14 Kriterien

Acquirer

Das Zahlungsinstitut, das für den Händler Kartenzahlungen abwickelt, die Gelder einzieht und auszahlt. Gegenstück zum Issuer.

Attestierung

Automatische Prüfung, ob das Händlergerät manipuliert oder gerootet wurde. Zentrale Sicherheitskomponente jeder MPoC-Lösung.

Blended Rate

Mischgebühr — ein einziger Prozentsatz für alle Kartentypen. Einfach zu verstehen, verbirgt aber die tatsächliche Kostenstruktur.

Chargeback

Rückbuchung einer Kartenzahlung auf Veranlassung des Karteninhabers. Der Händler trägt das Risiko und häufig eine Bearbeitungsgebühr.

COTS

Commercial off-the-shelf — ein handelsübliches, nicht speziell gehärtetes Gerät. In der PCI-Terminologie das gewöhnliche Smartphone des Händlers.

CPoC

Contactless Payments on COTS — Vorgängerstandard von MPoC. Erlaubt kontaktlose Annahme, aber keine PIN-Eingabe, und begrenzt Zahlungen damit auf kleine Beträge.

EMV

Der weltweite Chipkarten-Standard von Europay, Mastercard und Visa. Regelt, wie Karte und Terminal miteinander kommunizieren.

girocard

Das deutsche Debitkartensystem der Kreditwirtschaft. Ein erheblicher Teil aller Kartenzahlungen in Deutschland läuft darüber — für SoftPOS im deutschen Handel das wichtigste Akzeptanzkriterium.

HCE

Host Card Emulation — Android-Technik, mit der eine Karten- oder Terminalfunktion in Software statt in einem Sicherheitschip abgebildet wird. Voraussetzung für SoftPOS auf Android.

Interchange

Das Entgelt, das der Acquirer je Transaktion an die kartenausgebende Bank zahlt. In der EU für Consumer-Karten gedeckelt: 0,2 % bei Debit-, 0,3 % bei Kreditkarten.

Interchange++

Abrechnungsmodell, bei dem Interchange, Systemgebühr und Acquirer-Marge getrennt ausgewiesen werden. Transparenter als eine Mischgebühr, aber schwerer vergleichbar.

Issuer

Die Bank, die die Karte an den Karteninhaber ausgegeben hat.

Kontaktlos-Limit

Betragsgrenze, bis zu der ohne PIN gezahlt werden darf — in Deutschland üblicherweise 50 €. Darüber greift die PIN-Abfrage.

MPoC

Mobile Payments on COTS — der seit 2022 gültige PCI-Sicherheitsstandard für SoftPOS. Deckt kontaktlose Annahme und PIN-Eingabe auf dem Display ohne Zusatzhardware ab und hat CPoC und SPoC abgelöst.

mPOS

Mobile Point of Sale — Kartenannahme mit einem kleinen externen Lesegerät am Smartphone. Nicht mit SoftPOS zu verwechseln, das ohne Zusatzgerät auskommt.

NFC

Near Field Communication — Funkstandard für den Datenaustausch über wenige Zentimeter. Technische Grundlage jeder kontaktlosen Kartenzahlung.

PCI DSS

Payment Card Industry Data Security Standard — der allgemeine Sicherheitsstandard für den Umgang mit Karteninhaberdaten. Für SoftPOS notwendig, aber nicht hinreichend; dort gilt zusätzlich MPoC.

PIN on Glass

Eingabe der Karten-PIN direkt auf dem Touchdisplay des Händlergeräts. Nur mit MPoC- oder SPoC-Zertifizierung zulässig.

PSD2

Zweite EU-Zahlungsdiensterichtlinie. Regelt unter anderem die starke Kundenauthentifizierung im Zahlungsverkehr.

PSP

Payment Service Provider — technischer Dienstleister, der Zahlungen weiterleitet. Nicht jeder PSP ist auch Acquirer.

SCA

Strong Customer Authentication — starke Kundenauthentifizierung nach PSD2. Bei kontaktlosen Zahlungen wird ab bestimmten Beträgen oder nach mehreren Zahlungen in Folge eine PIN verlangt.

Settlement

Die Gutschrift der eingezogenen Beträge auf das Händlerkonto. Die Dauer reicht von Echtzeit bis zu fünf Werktagen.

SoftPOS

Software Point of Sale — Software, die ein handelsübliches Smartphone oder Tablet per NFC in ein Kartenterminal verwandelt, ohne dass zusätzliche Hardware nötig ist. Synonyme: Tap to Phone, Tap on Mobile.

SPoC

Software-based PIN entry on COTS — PIN-Eingabe auf dem Display, allerdings in Verbindung mit einem separaten zertifizierten Kartenleser.

Tap to Pay on iPhone

Apples Umsetzung von SoftPOS. Erlaubt es Händlern, ab iPhone XS kontaktlose Karten und Wallets direkt anzunehmen. Der Zugang läuft ausschließlich über zugelassene Zahlungsdienstleister.

Tokenisierung

Ersetzen der echten Kartennummer durch einen wertlosen Platzhalter. Dadurch liegen zu keinem Zeitpunkt verwertbare Kartendaten auf dem Gerät.

TSE

Technische Sicherheitseinrichtung — in Deutschland für elektronische Kassensysteme vorgeschrieben. SoftPOS ersetzt sie nicht; die Kassensicherungsverordnung gilt unabhängig davon.

White-Label-SoftPOS

SoftPOS-Software, die ein Anbieter als SDK an Banken oder PSPs lizenziert, die sie unter eigener Marke ausrollen.