SoftPOS- und Payment-Glossar
28 Begriffe, die Sie in Verträgen und Preislisten von Zahlungsanbietern finden — in verständlichem Deutsch erklärt.
Acquirer
Das Zahlungsinstitut, das für den Händler Kartenzahlungen abwickelt, die Gelder einzieht und auszahlt. Gegenstück zum Issuer.
Attestierung
Automatische Prüfung, ob das Händlergerät manipuliert oder gerootet wurde. Zentrale Sicherheitskomponente jeder MPoC-Lösung.
Blended Rate
Mischgebühr — ein einziger Prozentsatz für alle Kartentypen. Einfach zu verstehen, verbirgt aber die tatsächliche Kostenstruktur.
Chargeback
Rückbuchung einer Kartenzahlung auf Veranlassung des Karteninhabers. Der Händler trägt das Risiko und häufig eine Bearbeitungsgebühr.
COTS
Commercial off-the-shelf — ein handelsübliches, nicht speziell gehärtetes Gerät. In der PCI-Terminologie das gewöhnliche Smartphone des Händlers.
CPoC
Contactless Payments on COTS — Vorgängerstandard von MPoC. Erlaubt kontaktlose Annahme, aber keine PIN-Eingabe, und begrenzt Zahlungen damit auf kleine Beträge.
EMV
Der weltweite Chipkarten-Standard von Europay, Mastercard und Visa. Regelt, wie Karte und Terminal miteinander kommunizieren.
girocard
Das deutsche Debitkartensystem der Kreditwirtschaft. Ein erheblicher Teil aller Kartenzahlungen in Deutschland läuft darüber — für SoftPOS im deutschen Handel das wichtigste Akzeptanzkriterium.
HCE
Host Card Emulation — Android-Technik, mit der eine Karten- oder Terminalfunktion in Software statt in einem Sicherheitschip abgebildet wird. Voraussetzung für SoftPOS auf Android.
Interchange
Das Entgelt, das der Acquirer je Transaktion an die kartenausgebende Bank zahlt. In der EU für Consumer-Karten gedeckelt: 0,2 % bei Debit-, 0,3 % bei Kreditkarten.
Interchange++
Abrechnungsmodell, bei dem Interchange, Systemgebühr und Acquirer-Marge getrennt ausgewiesen werden. Transparenter als eine Mischgebühr, aber schwerer vergleichbar.
Issuer
Die Bank, die die Karte an den Karteninhaber ausgegeben hat.
Kontaktlos-Limit
Betragsgrenze, bis zu der ohne PIN gezahlt werden darf — in Deutschland üblicherweise 50 €. Darüber greift die PIN-Abfrage.
MPoC
Mobile Payments on COTS — der seit 2022 gültige PCI-Sicherheitsstandard für SoftPOS. Deckt kontaktlose Annahme und PIN-Eingabe auf dem Display ohne Zusatzhardware ab und hat CPoC und SPoC abgelöst.
mPOS
Mobile Point of Sale — Kartenannahme mit einem kleinen externen Lesegerät am Smartphone. Nicht mit SoftPOS zu verwechseln, das ohne Zusatzgerät auskommt.
NFC
Near Field Communication — Funkstandard für den Datenaustausch über wenige Zentimeter. Technische Grundlage jeder kontaktlosen Kartenzahlung.
PCI DSS
Payment Card Industry Data Security Standard — der allgemeine Sicherheitsstandard für den Umgang mit Karteninhaberdaten. Für SoftPOS notwendig, aber nicht hinreichend; dort gilt zusätzlich MPoC.
PIN on Glass
Eingabe der Karten-PIN direkt auf dem Touchdisplay des Händlergeräts. Nur mit MPoC- oder SPoC-Zertifizierung zulässig.
PSD2
Zweite EU-Zahlungsdiensterichtlinie. Regelt unter anderem die starke Kundenauthentifizierung im Zahlungsverkehr.
PSP
Payment Service Provider — technischer Dienstleister, der Zahlungen weiterleitet. Nicht jeder PSP ist auch Acquirer.
SCA
Strong Customer Authentication — starke Kundenauthentifizierung nach PSD2. Bei kontaktlosen Zahlungen wird ab bestimmten Beträgen oder nach mehreren Zahlungen in Folge eine PIN verlangt.
Settlement
Die Gutschrift der eingezogenen Beträge auf das Händlerkonto. Die Dauer reicht von Echtzeit bis zu fünf Werktagen.
SoftPOS
Software Point of Sale — Software, die ein handelsübliches Smartphone oder Tablet per NFC in ein Kartenterminal verwandelt, ohne dass zusätzliche Hardware nötig ist. Synonyme: Tap to Phone, Tap on Mobile.
SPoC
Software-based PIN entry on COTS — PIN-Eingabe auf dem Display, allerdings in Verbindung mit einem separaten zertifizierten Kartenleser.
Tap to Pay on iPhone
Apples Umsetzung von SoftPOS. Erlaubt es Händlern, ab iPhone XS kontaktlose Karten und Wallets direkt anzunehmen. Der Zugang läuft ausschließlich über zugelassene Zahlungsdienstleister.
Tokenisierung
Ersetzen der echten Kartennummer durch einen wertlosen Platzhalter. Dadurch liegen zu keinem Zeitpunkt verwertbare Kartendaten auf dem Gerät.
TSE
Technische Sicherheitseinrichtung — in Deutschland für elektronische Kassensysteme vorgeschrieben. SoftPOS ersetzt sie nicht; die Kassensicherungsverordnung gilt unabhängig davon.
White-Label-SoftPOS
SoftPOS-Software, die ein Anbieter als SDK an Banken oder PSPs lizenziert, die sie unter eigener Marke ausrollen.